Eine Kapitallebensversicherung galt viele Jahre lang als wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge. Statistisch betrachtet hat jeder Deutsche mehr als eine Police – doch sind die Versicherungen wirklich so gut wie gedacht? Ökotest hat sich die nüchternen Zahlen angeschaut und fällt ein klares Urteil: „Als Altersvorsorge nicht geeignet“.

Die Tester haben sich eine Reihe von abgelaufenen Verträgen angeschaut und die reale Rendite ermittelt. Dann haben sie die Werte mit anderen Anlageformen verglichen. Selbst mit Bundesanleihen, also praktisch der sichersten Art der Geldanlage, wäre mehr zu verdienen gewesen als mit einer Lebensversicherung. Die Schuldverschreibungen des Bundes brachten laut Ökotest nach Abzug aller Kosten 4,33 bis 6,73 Prozent, während Lebensversicherungen durchschnittlich nur 3,10 bis 4,49 Prozent schafften. Die Experten haben unterschiedliche Laufzeiten unter die Lupe genommen und verschiedene Szenarien durchgespielt. Doch wie sie es auch drehten und wendeten, ihr Fazit fiel immer gleich aus: „Ein gutes Geschäft waren die Verträge nie.“

Ein wichtiger Kritikpunkt sind die hohen Kosten, die einen großen Teil der möglichen Rendite auffressen. Ökotest spricht von „bis zu 46 Prozent“ der Beitragszahlungen, die für den Vertrieb (sprich: Provisionen) und die Verwaltung draufgehen. Viele weitere Informationen rund um Lebensversicherungen gibt es direkt bei Ökotest.