Werbung und Wirklichkeit unterscheiden sich bekanntlich oft gewaltig. Das gilt leider auch für die Werbung, mit der große Banken für ihre Kredite trommeln. Die Institute unterbieten sich gegenseitig mit ihren Zinsversprechen und suggerieren potenziellen Kunden: Nirgendwo bekommt Ihr Euren Kredit so günstig wie bei uns.

Viele Verbraucher fühlen sich von den niedrigen Zinssätzen angesprochen – bedeuten niedrige Zinsen doch geringe Kreditkosten und überschaubare Monatsraten.

Das böse Erwachen kommt oft spätestens dann, wenn es um die Erstellung eines konkreten Angebotes geht. Dann geben nicht mehr allgemeine Werbeaussagen den Ton an, sondern es geht ans Eingemachte: Der Kredit wird unter Berücksichtigung der persönlichen Bonität berechnet. Für viele Kunden bedeutet das eine signifikante Verschlechterung der Konditionen gegenüber den Werbeversprechen. Nicht selten sollen mit einem Mal doppelt so hohe Zinsen gezahlt werden wie zuvor versprochen.

Tricksen die großen Banken also in ihrer Werbung?

Rechtlich gesehen ist alles in Ordnung. Die Geldhäuser verweisen darauf, dass sie zum Beispiel nicht einen Kredit zu 3,9 % Zinsen versprechen, sondern AB 3,9 %. Es können also auch 7, 8 oder 10 % werden, ohne dass die Werbeaussage falsch ist.

Fazit: Wer sich allein auf die Werbung verlässt, ist verlassen. Aufschluss über die wahren Kosten eines Kredits liefert immer erst ein konkretes Angebot, das die persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse berücksichtigt.