Sie sind auf den Webseiten vieler Banken und Kreditvermittler zu finden: Kleine Kreditrechner, die angeblich auf Euro und Cent genau berechnen, wie der persönliche Wunschkredit aussehen kann. Kreditsumme, Monatsrate, effektiver Jahreszins – all das spuckt der Rechner nach wenigen Sekunden aus.

Das Problem dabei: Es handelt sich lediglich um eine ganz allgemeine Berechnung. Zwar sieht es so aus, als könnte jeder Kreditinteressent genau dieses Darlehen ganz problemlos abrufen. Doch mit absoluter Sicherheit ist irgendwo auf der Seite das „Kleingedruckte“ versteckt. Und dort erfährt man dann, dass es sich nur um eine Beispielberechnung handelt, die vollkommen unverbindlich ist.

Wer also das Ergebnis des Kreditrechners für bare Münze nimmt und zum Kredit weiterklickt, der wird wenig später mit ziemlicher Sicherheit enttäuscht. Zwar geben die Kreditrechner keine völlig unrealistischen Konditionen aus, doch leider gibt es die Zinssätze nur für einige wenige Kunden. Theoretisch kann man den berechneten Kredit also erhalten – in der Praxis müsste man dafür aber eine absolute Top-Bonität vorweisen können, die nur die allerwenigsten Verbraucher haben.

Wer sich also auf die Resultate des Kreditrechners verlässt, der erlebt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Enttäuschung, sobald er den tatsächlichen Kreditvertrag in Händen hält. Denn nur die Eckdaten, die dort festgeschrieben werden, haben am Ende Gültigkeit. Und das bedeutet, dass man oft deutlich höhere Raten zahlen muss als der Kreditrechner zunächst versprochen hat.