„Darf es etwas mehr sein?“ Diese Frage kennt man vom Metzger oder von der Käsetheke im Supermarkt. Beim Kreditgespräch mit der Bank hingegen hört man die Frage eher selten. Dabei wäre sie hier – mindestens – genauso sinnvoll wie beim Kauf von Fleisch, Wurst oder Käse.

Die meisten Kreditnehmer kalkulieren ihre Darlehen nämlich viel zu knapp. In dem nachvollziehbaren und grundsätzlich sinnvollen Wunsch, Geld zu sparen, schießen sie übers Ziel hinaus. Denn wer gerade so viel Geld aufnimmt wie er aktuell braucht, bei dem ergibt sich sofort ein neuer Finanzierungsbedarf, wenn das nächste Mal nicht eingeplante Kosten auftauchen.

Das Problem: Kurz nach der Auszahlung eines Kredits sind die Banken in aller Regel nicht bereit, ein weiteres Darlehen bereitzustellen. Aus Sicht der Geldhäuser ist es ein negatives Signal, wenn ein Kreditnehmer direkt nach dem Erhalt seines Geldes schon wieder neues Geld braucht. Der Kunde, so mutmaßt eine Bank dann schnell, hat womöglich seine Finanzen nicht so im Griff wie er sollte. Auf die Entscheidung über einen neuerlichen Kredit wirkt sich diese Einschätzung logischerweise sehr negativ aus.

Hätte sich derselbe Kunde zuvor statt zum Beispiel (knapp kalkulierter) 3.000 Euro gleich 5.000 Euro geliehen, wäre jetzt eine Reserve vorhanden. Der Kunde müsste nicht erneut bei der Bank anfragen, sondern hätte einen Puffer auf dem Konto. Und für die Bank wäre alles gut, solange die Raten regelmäßig fließen.

Gerade in Zeiten von sehr niedrigen Zinsen sollte nach Meinung der meisten Experten kein Verbraucher „falsche Bescheidenheit“ bei der Wahl seiner Kreditsumme an den Tag legen. Unser Tipp daher: Kalkulieren Sie lieber etwas großzügiger, um sich vor unangenehmen Überraschungen zu schützen. Mit einer ausreichend hohen Kreditsumme sind Sie auf der sicheren Seite.