doppelzinsenDank niedriger Zinsen sind Kredite seit einiger Zeit besonders günstig. „Günstig“ ist aber natürlich immer ein relativer Begriff – denn entscheidend ist neben den absoluten Kosten für die monatlichen Raten auch die Frage, welcher Prozentsatz des verfügbaren Einkommens für den Kredit aufgewendet werden muss. Wer zum Beispiel nach Abzug aller Kosten 1.000 Euro übrig hat, kann sich ohne Probleme eine Kreditrate von 300 Euro leisten. Wer jedoch nur 400 Euro pro Monat mehr verdient als er ausgibt, der kommt mit einer 300 Euro-Rate schnell in Bedrängnis, wenn mal ein paar außerplanmäßige Kosten auftauchen.

In einem solchen Fall schnappt die Doppel-Zins-Falle zu, die selbst einen scheinbar sehr günstigen Kredit quasi über Nacht extrem verteuert. Denn was passiert, wenn das Guthaben auf dem Konto nicht ausreicht, um die Kreditrate zu bezahlen? Genau: Die Abbuchung durch die Kreditbank erfolgt trotzdem, und das Konto rutscht ins Minus. Die Folge: Die Kreditrate, in der ja bereits Zinszahlungen für das Darlehen enthalten sind, wird ganz oder teilweise mit dem Dispo bezahlt – für den wiederum (und sogar noch höhere!) Zinsen fällig werden.

Betroffenen Verbraucher zahlen also plötzlich doppelte Zinsen für ihren Kredit und laufen so Gefahr, in eine regelrechte Abwärtsspirale zu geraten. Das ist der Grund, warum Experten dringend raten: Kalkulieren Sie niemals mehr als zwei Drittel Ihres verfügbaren Einkommens für die Kreditrate ein. Wenn Sie jeden Monat 400 Euro übrig haben, dann gehen Sie bei der Monatsrate nicht über 250 Euro. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall lieber für einen niedrigeren Kredit oder versuchen Sie, mit der Bank eine längere Laufzeit zu vereinbaren. Beides senkt die Monatsrate.

Wer seine finanziellen Möglichkeiten bis zum äußersten Rand ausnutzt, der muss immer darauf hoffen, dass nichts, aber auch gar nichts, schiefläuft. Schon eine unerwartete Nachzahlung beim Energieversorger oder eine kaputte Waschmaschine können alles ins Wanken bringen. Deshalb gilt: Den Kredit lieber etwas vorsichtiger kalkulieren, die 2/3-Regel beachten und dann einfach ruhiger schlafen…